Alexander Diegelmann 24.01.2020 11:39:24 13 min read

Unsere Highlights des Marketing Cloud Januar '20 Releases

Der erste Release des Marketing Cloud Jahres 2020 hat es direkt in sich. Große Veränderungen beim Journey Builder, jede Menge Neues von Einstein und viele weitere Neuerungen in allen Bereichen lassen aufhorchen.
Unser Marketing Cloud Team hat sich die brandneuen Release Notes angeschaut und die Favoriten herausgepickt.

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Goodbye E-Mail Studio - Hello Journey Builder

Jonas Lamberty, Solution Architect

Das einzig neue zum Email Studio sind “End of Life”-Benachrichtigungen, also Einstellungen von Features. Zwar trifft es diesmal schon lange absehbare, bereits abgelöste Kandidaten, aber an dieses Bild kann man sich dennoch gewöhnen. Die Tage von Email Studio sind definitiv gezählt. Sukzessive werden dem vormaligen Hauptbestandteil von Exacttarget jetzt die Alleinstellungsmerkmale entzogen - im aktuellen Release trifft es zwei Filetstücke:
Der Record Count in der Data Extension Übersicht wird in den Contact Builder übernommen - eine unscheinbare, aber ohne Frage nützliche Ausprägung des Email Studio User Interface, die Nutzer immer wieder dorthin zurück geholt hat. Single Sendouts, das Feature in Email Studio, können in Zukunft mit Journey Builder abgedeckt werden - wie viel deutlicher kann man sich noch vom Email Studio Bereich distanzieren?

Aber was ist denn das Problem dabei? An sich eigentlich keines, aber es steht der “One UI” Vision mit dem Herzstück Journey Builder scheinbar nur noch im Weg, und hat auch bei den vergangenen Innovationsrunden (etwa hübsche Nachrichtenreportings, Google Analytics Integration, Einstein Send Time Optimization) stets in die Röhre geschaut. Also eigentlich keine Überraschungen hier.

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Relativ aufmerksam - Einstein erkennt KPI-Abweichungen

Veronika Gast, Marketing Cloud Consultant

Mit den neuen Einstein Features für die Marketing Cloud sollen die Nutzer zukünftig noch besser unterstützt werden, Unregelmäßigkeiten bei den KPIs Ihrer Aussendungen schneller auf die Spur zu kommen. Dabei bewertet „Einstein Messaging Insights“ alle Versendungen mit Fokus auf Öffnungsrate, Klickrate und Abmelderate. Sollten die Zahlen von den von Einstein prognostizierten Erwartungen abweichen, erhält man eine Benachrichtigung und kann so auf ungewöhnliche Vorkommnisse schneller reagieren, ohne selber alles komplett überwachen zu müssen.
Der neue Messaging Insights Service soll für alle Nutzer ab dem 10. Februar im Analytics Builder mit einem Dashboard zur Verfügung stehen und proaktiv unterstützen, die eigene Versandleistung zu sichern.

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Zur richtigen Zeit - Einstein Send Time Optimization für alle

Michael Polster, Projektleiter

Seit letztem Jahr steht dem geneigten Marketing Cloud Administrator eine neue Funktion zur Verfügung: Er kann im Admin-Bereich die Einstein Send Time Optimization für den Journey Builder aktivieren. Was verbirgt sich dahinter? Mit dieser Funktion werden die Interaktionen eines Kontakts - rückblickend für die letzten 90 Tage - untersucht. Es kommen 20 Kriterien zum Einsatz, die zum Errechnen des optimalen Versandzeitpunktes für den individuellen Kontakt herangezogen werden. Diese Funktion ist exklusiv innerhalb des Journey Builders verfügbar. Soweit so gut.

Dies gibt dem Marketer die Möglichkeit innerhalb einer Journey jeden Kontakt zum, für diesen, bestmöglichen Zeitpunkt zu kontaktieren. Ein mächtiges Feature! Sie werden einwenden: "Was ist mit Kontakten, zu denen ich rückblickend keine 90 Tage Interaktionen aufweisen kann?". Sehr guter Punkt! Bisher konnte man diese im Rahmen einer Journey quasi “trennen”, sprich in einem separatem Stream oder einer separaten Journey laufen lassen und dort direkt beschicken. Mit dem Release vom 25. Januar hat man nun die Möglichkeit, diese innerhalb einer Journey mit zu verarbeiten. Dabei kann definiert werden zu welchem Zeitpunkt der Versand erfolgen soll, falls für einen Kontakt keine 90-tägige Historie vorliegt. Man könnte somit beispielsweise B2C Kontakt mit vielen bekannten Interaktionen und B2B Kontakte mit weniger bekannten Interaktionen innerhalb einer Journey verarbeiten.

In der Journey Builder Aktivität “Send Time Optimization” steht nun ein neuer Tab zur Verfügung. Diese Funktion, “Custom Send Window” genannt, kann als Standard genutzt werden, falls kein errechneter Versandzeitpunkt zur Verfügung steht.

Es ist deutlich zu erkennen, dass Salesforce sowohl Umfang als auch Priorität des Journey Builders weiter ausbaut. Die Vermutung liegt nahe, dass dies künftig DER Dreh-und Angelpunkt für sämtliches E-Mail Marketing in der Marketing Cloud, mit einem einheitlichen UI, sein wird!
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Alles was recht ist - Neues Berechtigungsmodell

Andreas Hähnel, Marketing Cloud Senior Consultant

Nachdem es in der Vergangenheit möglich war, über die Vergabe der Journey Builder Berechtigungen (unbeabsichtigt) allgemeine Marketing Cloud Berechtigungen zu erteilen, die für eine Rolle oder einen User eigentlich verweigert waren, erfolgt mit dem Januar 2020 Release nun die Trennung der Berechtigungen zwischen Marketing Cloud und Journey Builder App, sowie die Einführung einiger separater Journey Builder Berechtigungen.

Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt die allgemeinen Marketing Cloud Berechtigungen, die für die Journey Builder App erteilten Berechtigungen ersetzen. Dies verhindert die ungewollte Vergabe von allgemeinen Marketing Cloud Berechtigungen, wie z.B. den Zugriff auf Data Extensions, Subscribers etc., welche bislang über die Journey Builder Berechtigungen mit vergeben werden konnten.
Diese Neuerung gilt für alle Marketing Cloud Editionen in denen der Journey Builder provisioniert werden kann.

Journey Builder Permissions haben demnach ab dem neuem Release keinen Vorrang mehr vor den Marketing Cloud User Berechtigungen.
Eine Auswirkung dieser Umstellung kann für den einzelnen User sein, dass dieser aufgrund fehlender Berechtigungen einige für seine Arbeit benötigte Aktionen nicht mehr durchführen kann. Ist dies der Fall, erhält der User eine entsprechende Hinweismeldung, welche Berechtigungen fehlen und somit in den Marketing Cloud Berechtigungen zugewiesen werden müssen.

Auch das Webstudio und damit der Zugriff auf CloudPages wird mit dem Januar 2020 Release neu geregelt.
Die App wird um separate Berechtigungen für die Bearbeitung von CloudPages ergänzt. Dadurch erhalten Marketing Cloud Administratoren die Kontrolle darüber, welche Usergruppen bzw. welche Einzeluser welche CloudPage-Aktionen vornehmen dürfen.

Letztendlich ist diese Neuerung ein sinnvoller Schritt in Richtung App-bezogener Trennung / Zuweisung von Berechtigungen und verhindert eine unerwünschte Vergabe von Berechtigungen.

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Das betrifft alle - Einstein Copy Insights

Vera Thanner, Marketing Cloud Consultant

2019-Blog-August-MC factory42Optimierte E-Mail Betreffzeilen durch Machine Learning? Ja das geht, mithilfe von Einstein! Das "Einstein Copy Insights Dashboard" sammelt Informationen zur Performanz von gesendeten Betreffzeilen. Sich auf den Erfolg auswirkende sprachliche Aspekte, wie Zeichensetzung und Tonalität, werden mittels Machine Learning identifiziert und auf dem Dashboard zur Verfügung gestellt. Dieses Feature wird für alle Marketing Cloud Nutzer, die Einstein Copy Insights lizensiert haben, ab dem 25.01.2020 im Bereich “Analytics Builder” zur Verfügung stehen.

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Einmal durchzählen bitte - Row-Count auch im Contact Builder

Aysun Szewernoha, Marketing Cloud Consultant

Lange haben wir darauf gewartet... Immer wieder hat sich die Frage gestellt, warum die Kontaktanzahl nicht direkt in der Data Extensions Übersicht im Contact Builder angezeigt wird. Im Email Studio war es möglich, im Contact Builder jedoch nicht. Erst beim Klick auf die Data Extension wurde die Anzahl der Kontakte angezeigt. Jetzt freuen wir uns auf die lang ersehnte Verbesserung des Contact Builders und können ab dem Januar Release in der Übersicht der Data Extensions die Anzahl der Kontakte pro Data Extension sehen.

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Das waren unsere persönlichen Highlights des Marketing Cloud Januar 2020 Release. Die detaillierten Neuerungen finden sich auf der offiziellen Release Website.

Die Veröffentlichung der neuen Features findet - mit einigen Ausnahmen - zwischen dem 25. Januar (Stacks 4 & 11) und dem 01. Februar 2020 (Stacks 1, 6, 7, 10, 50) statt. Neue Funktionen im Social Studio werden am 25. Januar live geschaltet.

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Alexander Diegelmann

Als Manager Marketing Cloud Consulting bei der factory42 leite ich das Team der Marketing Cloud Consulting Spezialisten. Meine langjährigen Erfahrungen im Bereich Digital Marketing, Content Management und besonders mit der Salesforce Marketing Cloud bringe ich täglich ein, um zusammen mit den Fachexperten das bestmögliche Ergebnis für unsere Kunden und deren Kontakte zu erzielen. Die Marketing Cloud ermöglicht die personalisierte und individuelle Ansprache und Aussteuerung auf einer Vielzahl von Kanälen, optimiert den Einsatz von Ressourcen für maximalen Nutzen und kann besonders im Zusammenspiel mit der Salesforce Sales Cloud den Kundendialog revolutionieren. Hierzu gemeinsam mit dem Kunden den besten und zielführendsten Weg zu finden, dies sehe ich als unsere Aufgabe.

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